Können Sie mir das Buch schreiben?

Das Telefon klingelt. Die Texterin nimmt ab und flötet gut gelaunt: „Guten Morgen, was kann ich für Sie texten?“ (Ok, vielleicht nicht ganz so, aber fast). Am anderen Ende: Stille. Dann tiefes Räuspern, dann wieder Stille. Räuspern, Stille, Räuspern, Stille. So geht es eine Zeitlang weiter. Die Texterin beginnt sich zu fragen, ob der Anrufer vielleicht falsch verbunden ist und nicht mit einem Texter, sondern mit einem Auftragskiller sprechen wollte.

Da bricht es auf einmal doch erstaunlich resolut und zielstrebig aus ihm heraus. Er nuschelt zunächst einen unverständlichen Namen (Guttenberg?). Dann: „Ich brauche ein Buch. Können Sie mir das Buch schreiben?“

 

Stille.

 

Die Texterin, erleichtert, dass das Telefonat die Psychopathen-Schiene verlassen hat, antwortet freundlich: „Ja, ich unterstütze Kunden auch beim Schreiben von Fachbüchern. Um welches Thema soll es denn gehen?“ Der potentielle Auftraggeber: „Das weiß ich noch nicht.“ „Aber Sie wissen doch sicher, welches Thema das Buch behandeln soll.“

 

Was kostet das denn?

 

Der Anrufer: „Nein. Ich möchte mich jetzt erst mal informieren, was so etwas kostet bei Ihnen.“ Nun ist es an der Texterin zu schweigen und sich zu räuspern. „Ähm, das kann ich leider aufgrund der doch etwas dünnen Informationslage aktuell nicht abschätzen. Vielleicht machen Sie sich erst mal ein paar Gedanken zu…“ Der Anrufer unterbricht: „Aber das Buch muss schon am 31. Juli fertig sein, es soll ins Herbst-Programm des Verlags.“ „Ah, Sie haben schon einen Verlag. Dann gibt es doch sicher auch ein Exposé und damit so etwas wie ein Thema?“ Der Anrufer: „Ach, das wird mir jetzt zu kompliziert. Auf Wiederhören!“ Na, muss nicht sein…

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Jens (Freitag, 16 Oktober 2015 15:00)

    Die Ghostwriting-Branche boomt besser denn je - und das ist kein Geheimnis mehr. Denn in nunmehr fast jedem textlastigen Bereich werde diese Services angeboten. Doch gerade im akademischen Bereich sind sie stark verschrien, vor allem weil Ghostwriting mit Plagiieren gleichgesetzt wird, was ja so nicht stimmt Zwar ist es in den universitären Verordnungen verboten, fremde Werke als sein eigenes abzugeben, aber es gibt wohl genug Studierende die das tun. Dasselbe gilt auch für Ghostwriter im schriftstellerischen Bereich, für Biographien oder fiktionale Texte. Was ist aber genau ein Ghostwriter? Dazu gibt der folgende Link Auskunft: http://ghostwriterjames24.de/blog/akademische-ghostwriter

  • #2

    Hsiu Mckinney (Freitag, 03 Februar 2017 03:07)


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  • #3

    Monet Beene (Montag, 06 Februar 2017 23:36)


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